Der Weg zum Zivildienst

Allgemeines

In Österreich besteht für männliche österreichische Staatsbürger die Wehrpflicht. Der Zivildienst ist ein Wehrersatzdienst. Er kann deshalb nur von männlichen österreichischen Staatsbürgern geleistet werden, die bei der Stellung/Musterung als tauglich befunden wurden. Eine weitere Voraussetzung ist die rechtzeitige Abgabe der Zivildiensterklärung. Der Zivildienst dauert 9 Monate und ist in einem Stück zu leisten. Eine Zuweisung zum Zivildienst ist bis zum 35. Geburtstag möglich.


Stellung/Musterung

Jeder männliche österreichische Staatsbürger wird ab dem 17. Geburtstag vom Militärkommando schriftlich zur Stellung aufgefordert. Dieser Stellungsaufforderung muss unbedingt Folge geleistet werden – allfällige Hinderungsgründe müssen dem Militärkommando gemeldet werden.
 
Sie haben die Möglichkeit, beim Militärkommando schriftlich um eine Vorverlegung des Stellungstermins anzusuchen. Dies kann dann sinnvoll sein, wenn Sie zum Beispiel relativ jung maturieren und deshalb noch längere Zeit bis zur Einberufung zum Grundwehrdienst oder der Zuweisung zum Zivildienst warten müssten. Bitte beachten Sie, dass Sie im Formular für die Vorverlegung des Stellungstermins nicht auf die 6-monatige Frist für die Einbringung der Zivildiensterklärung verzichten müssen. (Das Formular gibt es beim Bundesheer.)
 
Bei der Stellung wird mit einigen Untersuchungen (zum Beispiel Blut-, Seh-, Gehör- und Belastungstest, psychologischer Test) die Eignung zum Wehrdienst ermittelt. Am Ende erhalten Sie einen Befund über die wichtigsten Untersuchungsergebnisse und die Tauglichkeitsbescheinigung. Sie können nur dann eine Zivildiensterklärung abgeben, wenn Sie bei der Stellung als tauglich befunden wurden.

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Zivildiensterklärung

Mit der Zivildiensterklärung geben Sie bekannt, die Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht erfüllen zu können. Die Erklärung lautet:

"Ich kann die Wehrpflicht nicht erfüllen, weil ich es - von den Fällen persönlicher Notwehr und Nothilfe abgesehen - aus Gewissensgründen ablehne, Waffengewalt gegen Menschen anzuwenden und daher bei der Ableistung des Wehrdienstes in Gewissensnot geraten würde. Ich will deshalb Zivildienst leisten."
 
Das Formular erhalten Sie bei der Stellungskommission oder unter Zivildiensterklärung (343,8 KB). Sie können die Zivildiensterklärung entweder direkt bei der Stellungskommission abgeben oder rechtzeitig an das Militärkommando senden. Wir empfehlen, dass Sie eine Kopie der Zivildiensterklärung aufbewahren und das Original eingeschrieben senden. Bei einer persönlichen Abgabe beim Militärkommando sollten Sie sich die Übergabe bestätigen lassen. 

Geben Sie die Zivildiensterklärung unbedingt innerhalb der Frist ab:

  • innerhalb von 6 Monaten ab der ersten Tauglichkeitsfeststellung 
  • bzw. darüber hinaus bis VOR dem 2. Tag vor einer Einberufung zum Grundwehrdienst (Zustellung eines Einberufungsbefehles) 

Rund 4-6 Wochen nach Abgabe der Zivildiensterklärung bekommen Sie den Bescheid über die Feststellung der Zivildienstpflicht (Feststellungsbescheid) zugesendet. In diesem ist die Zivildienstzahl angegeben, die Sie benötigen, wenn Sie sich von einer Einrichtung als Wunschkandidat anfordern lassen möchten.  

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Zuweisungswünsche, Anforderung durch die Einrichtung

Die Zuweisung zu einer Zivildienst-Einrichtung führt die Zivildienstserviceagentur durch. Und zwar nach freien Plätzen, persönlicher Eignung und Erfordernissen des Zivildienstes.

Sie können dabei unverbindliche Zuweisungswünsche abgeben und sich von einer Wunscheinrichtung anfordern lassen:

  • Wählen Sie im Platzangebot Ihre Wunscheinrichtungen und Wunschtermine. Sie können mehrere – und beliebig oft – Zuweisungswünsche abgeben. Wenn Sie einen Wunsch abgeben, bedeutet das aber nicht, dass Sie den Platz automatisch bekommen! Es können nämlich mehrere Bewerber Wünsche für denselben Platz abgeben. Sie wissen also nicht, ob Sie den Platz tatsächlich erhalten.
  • Stellen Sie sich deshalb bitte auch persönlich bei Ihrer Wunscheinrichtung vor. Das können Sie jederzeit, auch dann, wenn Sie noch in der Schule oder Lehre sind.
  • Lassen Sie sich von der Einrichtung als Wunschkandidat anfordern. Dazu braucht die Einrichtung Ihre Zivildienstzahl. Die Zivildienstzahl steht im Feststellungsbescheid, den Sie rund 4-6 Wochen nachdem Sie die Zivildiensterklärung abgegeben haben, zugeschickt bekommen. Eine Anforderung als Wunschkandidat ist also erst dann möglich, wenn Sie den Feststellungsbescheid erhalten haben. Ab dann sollten Sie sich aber so bald wie möglich anfordern lassen – am besten bis spätestens 4 Monate vor dem gewünschten Zivildienstbeginn. Eine spätere Anforderung kann nur mehr berücksichtigt werden, wenn Sie in der Zwischenzeit noch nicht zu einer anderen Einrichtung zugewiesen wurden! Falls Sie den Feststellungsbescheid verloren haben, können Sie eine E-Mail mit Ihrem Namen und Geburtsdatum an BMI-ZISA-Feststellung@bmi.gv.at schreiben.

Soweit möglich, können Sie den Zivildienst in ganz Österreich leisten. Wichtig ist, dass Sie die Einrichtung mit öffentlichen Verkehrsmitteln innerhalb von 2 Stunden erreichen können (Fahrzeit für Hin- und Rückfahrt zusammengerechnet).

Achtung: Sie haben keinen rechtlichen Anspruch, zu Ihrer Wunscheinrichtung oder zu einem bestimmten Termin zugewiesen zu werden. Sobald Ihnen der Zuweisungsbescheid zugestellt wird, können Zuweisungswünsche oder Anforderungen NICHT mehr berücksichtigt werden!

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Wenn Sie gerade in einer Ausbildung sind

1. Wenn Sie Ihre Ausbildung innerhalb 1 Jahres abschließen:

  • Sie können sich jederzeit um eine Stelle bewerben. Auch dann, wenn Sie noch in der Schule oder Lehre sind.
  • Geben Sie bitte im Platzangebot mehrere Zuweisungswünsche für Termine ab, die nach Ihrem Ausbildungsabschluss liegen. (Sie können beliebig oft mehrere Wünsche abgeben.)
  • Lassen Sie sich zusätzlich von Ihrer Wunscheinrichtung anfordern. Dadurch haben Sie eine sehr hohe Chance, zu dieser Einrichtung zugewiesen zu werden.
  • Schicken Sie eine Kopie der Schulbesuchsbestätigung oder eine Kopie des Lehrvertrages an die Zivildienstserviceagentur. Wenn Sie diese Kopie schon mit der Zivildiensterklärung abgegeben haben, brauchen Sie sie nicht nocheinmal zu schicken. Das Formular „Antrag auf Aufschub" brauchen Sie auch nicht auszufüllen (wenn Sie die Ausbildung demnächst abschließen und eine Bestätigung darüber an die Zivildienstserviceagentur senden).

2. Wenn Ihre Ausbildung noch mehrere Jahre dauert oder wenn Sie studieren:

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Zuweisung mit Bescheid

Mit Zustellung des Zuweisungsbescheides sind Sie zum Zivildienst zugewiesen. Der Bescheid enthält das Beginn- und Enddatum des Zivildienstes, den Dienstantrittstag, die Zivildienst-Einrichtung und die zu leistenden Tätigkeiten. Er wird rund 4 Monate bis 6 Wochen vor dem Dienstantritt mit der Post zugeschickt.

Wenn eine Einrichtung mehrere kleinere Einsatzstellen (zum Beispiel Bezirksstellen) hat, kann der Vorgesetzte nach dem Dienstantritt bestimmen, in welcher konkreten Einsatzstelle Sie eingesetzt werden. Da Einsatzstellen nicht im Zuweisungsbescheid angegeben sind, empfehlen wir, dass Sie vor dem Dienstantritt die Einrichtung kontaktieren und nach dem genauen Einsatzort fragen. Die Kontaktdaten finden Sie im Platzangebot und im Zuweisungsbescheid.

Heben Sie sich bitte alle Bescheide und Ihre Zivildienst-Bescheinigung auch nach dem Zivildienst gut auf. Sie werden die Bescheide und die Bescheinigung später für Bewerbungen und für die Vorlage bei Behörden brauchen!

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Kündigungs- und Entlassungsschutz

Arbeitnehmer, die zum Zivildienst zugewiesen wurden, haben einen Kündigungs- und Entlassungsschutz unter der Voraussetzung, dass die/der Arbeitgeber/in bei Zustellung des Zuweisungsbescheides unverzüglich über die Zuweisung informiert wurde. Bei Bezug von Arbeitslosengeld muss das AMS unverzüglich über die Zuweisung verständigt werden.
 
Gut zu wissen: Lassen Sie sich von Ihrer/m Arbeitgeber/in schriftlich bestätigen, dass Sie ihr/ihm den Zuweisungsbescheid unverzüglich nach der Zustellung vorgelegt und sie/ihn über die Zuweisung zum Zivildienst informiert haben.
 
Bei einer Zivildienstleistung von 9 Monaten beträgt der Kündigungs- und Entlassungsschutz 1 Monat. Wenn der Zivildienst jedoch kürzer als 2 Monate geleistet wurde, umfasst der Kündigungs- und Entlassungsschutz einen Zeitraum von der halben Dauer des geleisteten Zivildienstes. (Beispiel: Eine Zivildienstleistung von 4 Wochen bedeutet einen Kündigungs- und Entlassungsschutz für 2 Wochen.)

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Waffenverbot für 15 Jahre

Ab Eintritt der Zivildienstpflicht ist Ihnen für die Dauer von 15 Jahren der Erwerb und Besitz von verbotenen Waffen, Kriegsmaterial und genehmigungspflichtigen Schusswaffen sowie das Führen von Schusswaffen untersagt.

Für die Jagdausübung, für Angehörige traditioneller Schützenvereinigungen sowie für Sportschützen können jedoch von den Landespolizeidirektionen - in begründeten Fällen - Ausnahmen von diesem Waffenverbot erteilt werden. (Rechtsgrundlage: § 5 Abs. 5 ZDG).

Wenn Sie einen Antrag einbringen möchten, senden Sie diesen bitte an die zuständige Landespolizeidirektion. (Es gibt dazu kein vorgegebenes Formular.)

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Widerruf der Zivildiensterklärung

Sie können die Zivildiensterklärung widerrufen, um den Grundwehrdienst beim Bundesheer leisten zu können. Für Details klicken Sie bitte auf Widerruf der Zivildiensterklärung

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Mehr als 6 Monate im Ausland vor dem Zivildienst

Wenn Sie vor Beginn des Zivildienstes für 6 Monate oder länger ins Ausland reisen oder sich dort aufhalten, müssen Sie dies unverzüglich der Zivildienstserviceagentur und der örtlich zuständigen Vertretungsbehörde bekannt geben, damit Sie für diesen Zeitraum nicht zugewiesen werden. Bitte legen Sie entsprechende Beweismittel bei (z.B. Mietvertrag der Wohnung im Ausland, Arbeitsvertrag o.dgl.). Die Rückverlegung des Wohnsitzes nach Österreich müssen Sie innerhalb von 3 Wochen der Zivildienstserviceagentur melden. Wenn Sie den Zivildienst vollständig abgeleistet haben, brauchen Sie einen Auslandsaufenthalt NICHT mehr zu melden!

Zivildienstfolder (203,7 KB) (Wegweiser zum Zivildienst)

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