Zivildienst und Ehrenamt

Ein Zivildiener in einer Uniform des Österreichischen Roten Kreuzes begleitet eine ältere Dame bei einem Spaziergang. Der Zivildiener trägt dabei eine Tasche.
Foto: Wiener Rotes Kreuz/M. Hechenberger

Zivildienst und Ehrenamt sind zwei Bereiche, die für Österreich große Bedeutung haben und es gibt einen Zusammenhang zwischen ihnen: Der Zivildienst erleichtert erheblich den Einstieg ins Ehrenamt  und beeinflusst in einigen Fällen sogar die Berufswahl der jungen Männer.

Rund 45 Prozent der jungen Männer in Österreich haben sich in den letzten Jahren für den Zivildienst entschieden. Während des Zivildienstes profitieren die Gesellschaft und die jungen Männer selbst auf vielfältige Weise. Darüber hinaus gibt es noch weitere, indirekte Effekte. So erwerben die Zivildienstleistenden zahlreiche Kompetenzen, zum Beispiel im sozialen Bereich. Einen wichtigen Einfluss hat der Zivildienst aber auch auf das Ehrenamt in Österreich.

Zivildienst als Türöffner für das Ehrenamt

Fast die Hälfte aller in Österreich lebenden Menschen engagiert sich ehrenamtlich. Dieses Engagement ist sehr wichtig für das soziale und gesellschaftliche Leben. Der Zivildienst spielt dabei eine sehr große Rolle. Die Zivildienst Studie 2021 des NPO-Kompetenzzentrums der Wirtschaftsuniversität zeigt, dass sich rund 30 Prozent der jungen Männer nach dem Zivildienst als Ehrenamtliche engagieren, weitere 6 Prozent beginnen als hauptamtliche Mitarbeiter in der Organisation zu arbeiten. Dieser Zusammenhang kommt nicht von ungefähr, denn beim Einstieg ins Ehrenamt sind gewisse Barrieren zu überwinden. Meist benötigt man eine Ausbildung – zum Beispiel zum Rettungssanitäter – und muss zunächst die Organisation kennenlernen, um sich gut einbringen zu können. Auch braucht es die Motivation und Entscheidung für eine ehrenamtliche Tätigkeit. Diese Eintrittsbarrieren fallen für viele Zivildienstleistende weg. Durch ihren Zivildienst kennen sie die Organisation und haben bereits die benötigte Ausbildung. Außerdem erhalten sie durch den Zivildienst einen Zugang zum Tätigkeitsbereich und in der Regel auch die Motivation, sich einzubringen, weil sie erkennen, dass sie mit ihrer Arbeit etwas Positives bewirken können.

Zivildienst kann ausschlaggebend für die Berufswahl sein

Immer wieder erkennen junge Männer während ihres Zivildienstes, dass sie Freude und Interesse an sozialen Berufen haben und entscheiden sich für eine Ausbildung oder einen Beruf im Sozial- und Gesundheitsbereich. Wie oben bereits erwähnt, beginnen rund 6 Prozent der Zivildienstleistenden nach dem Zivildienst als hauptamtliche Mitarbeiter in ihrer Organisation. Ohne die Möglichkeit, während des Zivildienstes mit diesen Bereichen in Kontakt zu kommen, würden solche Entscheidungen seltener fallen. Auch hier profitiert unsere Gesellschaft, der es insgesamt an Arbeitskräften im Sozial- und Gesundheitsbereich mangelt, vom Zivildienst.

Dieser Artikel wurde freundlicherweise vom BMLRT zur Verfügung gestellt, siehe auch BMLRT, Zivildienst und Ehrenamt.