Zivildiener des Jahres

Pokal aus Holz, den die "Zivildiener des Jahres" bei der Preisverleihung im Oktober 2020 erhalten haben
Pokal "Zivildiener des Jahres",  Foto: BMLRT / Christian Lendl

Zivildiener des Jahres gesucht

Sie kennen einen Zivildiener, der sich besonders engagiert und großartige Arbeit leistet? Der Zivilcourage hat und beispielgebend für andere ist? Oder einen Zivildiener, der zum besseren Zusammenleben von Menschen verschiedener Herkunft beiträgt? Erzählen Sie uns bitte, was ihn so besonders macht. Wir freuen uns, wenn Sie ihn zum Zivildiener des Jahres nominieren.

Sie können Zivildiener nominieren, die den Zivildienst in den Jahren 2021 oder 2022 leisten oder geleistet haben. Der Zivildienst kann, muss aber nicht abgeleistet sein. Für die Nominierung steht Ihnen das Nominierungsformular zur Verfügung – siehe unten.

Einsendeschluss: 30. Juni 2022

Nominierungen können von Vorgesetzten, Mitarbeitenden der Einrichtungen und von allen eingesendet werden, die herausragende Leistungen des Zivildieners aufzeigen oder sich für diese bedanken möchten. Aus Datenschutzgründen ist auch die Zustimmung des Zivildieners notwendig. Selbstnominierungen können jedoch nicht gewertet werden.

Eine Jury aus Persönlichkeiten, die mit dem Zivildienst eng verbunden sind, wird aus allen Einsendungen die Preisträger auswählen. Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Bundesministerin Elisabeth Köstinger wird allen nominierten Zivildienern eine Urkunde zusenden. Die Auszeichnung der Preisträger wird voraussichtlich in Wien stattfinden. Informationen zur Preisverleihung werden auf dieser Website bekannt gegeben.

Bei Fragen stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Zivildienstserviceagentur gerne zur Verfügung unter Telefon 01/585 47 09-63 5858 oder E-Mail info@zivildienst.gv.at.

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Zivildiener des Jahres 2020

Preisträger Zivildiener des Jahres 2020
Bei der Preisverleihung am 4. Oktober 2021 zeichnete Bundesministerin Elisabeth Köstinger die Zivildiener des Jahres 2020 aus; Foto: BMLRT / Paul Gruber

Die Zivildiener des Jahres 2020 wurden im Rahmen einer Festveranstaltung am 4. Oktober 2021 in der Säulenhalle des Museums für Angewandte Kunst in Wien ausgezeichnet. Über 100 Nominierungen sind eingelangt, aus denen eine Jury die Preisträger ausgewählt hat. In Ausnahmefällen können auch 2 Landessieger gekürt werden - wie diesmal im Burgenland. Zum ersten Mal gab es auch Auszeichnungen für den außerordentlichen Zivildienst.

Der Bundessieger 2020

Der Bundessieger Sebastian Jehle hat seinen Zivildienst im Kindergarten Neunteln geleistet. „Durch seine Lehre als Tischlertechniker, seinem Hobby als Musiker und seinem Wissen als Jungimker hat er nicht nur Kinderaugen zum Strahlen gebracht, sondern war auch eine Bereicherung für das gesamte Team. Neben seinen laufenden Aufgaben hat er sich Zeit genommen und ist für seine Schützlinge mehrere Extrameilen gelaufen. Er hat etwa ein Schattentheater gebaut, das heute noch immer fleißig bespielt wird. Und er hat sich besonders dafür eingesetzt, die Neugier der Kinder für Bienen und ihre wichtige Aufgabe in der Natur zu vermitteln. Der nächsten Generation Wissen zu vermitteln ist eine sehr wichtige Aufgabe. Es ist daher auch nicht verwunderlich, dass sich die Jury rasch einig war, dass er den Titel ‚Bundessieger‘ bekommen soll“, so Zivildienstministerin Köstinger in ihrer Laudatio.

Die Landessieger 2020

Zivildiener des Jahres 2020, Auszeichnung des Bundessiegers
Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger zeichnete den Bundessieger 2020 Sebastian Jehle aus. Foto: BMLRT / Paul Gruber

Burgenland: David Berghofer

Er hat bereits vor dem Antritt seines Zivildienstes die Bewohnerinnen und Bewohner des Pflegeheims Haus St. Vinzenz bei ihrem Urlaub begleitet. Seine Menschlichkeit und Hilfsbereitschaft sind einmalig und selbst heute wird im Haus St. Vinzenz noch immer von ihm gesprochen.

Burgenland: Niklas Puecker

Freundlich, fleißig, wissbegierig, gewissenhaft, überpünktlich, immer gut gelaunt, pflichtbewusst, empathisch und geduldig gehören zu den vielen Eigenschaften, die von der Burgenländischen Pflegeheim Betriebs-GmbH, Pflegeheim Oberpullendorf, St. Peter in der Nominierung genannt wurden.

Kärnten: Markus Walder

Im Missionskloster Wernberg hat er großen Eindruck hinterlassen. Nicht nur in der Küche, sondern auch auf der hauseigenen Krankenstation half er, wo er nur konnte.

Niederösterreich: Pascal Zschetsche

Hat sich im Pflege- und Betreuungszentrum Scheiblingkirchen zu einem wahrhaftigen Hauptgewinn - sowohl für Bewohnerinnen und Bewohner, als auch für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter entwickelt.

Oberösterreich: Tobias Lang

Er hat seinen Zivildienst im Bezirksseniorenzentrum Eggelsberg absolviert. Neben der täglichen Unterstützung der Mitarbeiter hat er erheblich zur Lebensqualität und Wertschätzung der Bewohnerinnen und Bewohner beigetragen.

Salzburg: Valentin Thalmayr

War bei der Lebenshilfe Salzburg im Wohnhaus Ernst-Grein-Straße tätig. Er beschäftigte sich intensiv mit "passiven Mobilisierungstrainings" und täglichen Workouts, die er mit den Bewohnerinnen und Bewohnern durchführte.

Steiermark: Josef Pichler

Im Seniorenkompetenzzentrum Ahornhof wird immer noch häufig nach ihm gefragt. Besonders hervorgehoben wurden seine unglaublich herzliche Art, seine Höflichkeit und Einsatzbereitschaft.

Tirol: Patrik Podolan

Er ist mittlerweile Assistent in der Lebenshilfe Tirol, wo er seinen Zivildienst absolvierte. Obwohl er zuvor keinen Bezug zu Menschen mit Behinderung hatte, hat er mit seiner unglaublichen Geduld und Hilfsbereitschaft Großartiges bewirkt und einen engen Bezug zu herausfordernden Klienten aufgebaut.

Vorarlberg: Sebastian Jehle

Er hat seinen Zivildienst im Kindergarten Neunteln in der Stadt Hohenems absolviert. Das kunterbunte Repertoire aus handwerklichem Geschick, musikalischem Talent und Naturverbundenheit ließ sehr viele Kinderaugen strahlen.

Wien: Rey Gavadan

Er war im Verein GIN Gemeinwesenintegration und Normalisierung in der Wohngemeinschaft und Tagesstätte Laimäckergasse tätig. Vom ersten Tag an ist er durch sein großes Engagement aufgefallen und hat sich schnell in das Team eingefunden.

Die außerordentlichen Zivildiener des Jahres 2020

Im Jahr 2020 waren aufgrund der besorgniserregenden Corona-Situation auch rund 4.500 außerordentliche Zivildiener im Einsatz. Im März 2020 wurde zum ersten Mal in dieser Republik der außerordentliche Zivildienst ausgerufen. Die Zivildiener haben sich dabei als wichtige strategische Reserve im Gesundheitssystem bewährt. Darum werden stellvertretend für alle Außerordentlichen zwei zusätzliche Auszeichnungen ausgesprochen. Ein junger Mann, der seinen Zivildienst aufgrund der Corona-Situation verlängert hat sowie einer, der seinen Zivildienst bereits beendet hatte und sich freiwillig zum außerordentlichen Zivildienst gemeldet hat.

Matthias Lung

Matthias Lung hat das Team des Roten Kreuzes in Hohenems tatkräftig unterstützt. Während seines verlängerten Zivildienstes wurde er an die Corona-Teststation in Röthis versetzt und hat dort unter anderem Tourismus-Massentests organisiert. Außerdem brachte er Vorschläge ein, um die Zusammenarbeit von Rotem Kreuz, Feuerwehr und Landeswarnzentrale zu verbessern.

Daniel Derajic

Daniel Derajic hat seinen ordentlichen Zivildienst im Franz Gerstenbrand Wachkoma Department der Geriatrischen Gesundheitszentren Graz geleistet und hat auch als freiwilliger außerordentlicher Zivildiener dort unterstützt. In den Zeiten des Besuchsverbotes am Departement sorgte er mit seiner herzlichen und positiven Ausstrahlung sowie Spaziergängen und Musik immer für gute Stimmung.

Fotos Zivildiener des Jahres 2020

Zivildiener der ersten Stunde

Ehrung der Zivildiener der ersten Stunde
Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger und DI Peter Kaiser, Stv. Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes, ehrten am 4. Oktober 2021 Zivildiener, die im Jahr 1975 den Zivildienst geleistet hatten. Foto: BMLRT / Paul Gruber

Erstmals wurden auch „Zivildiener der ersten Stunde“ geehrt. Also jene Männer, die im Jahr 1975 als erste Zivildiener beim Roten Kreuz in Graz ihren Dienst für die Gesellschaft geleistet haben.

„1955 wurde die allgemeine Wehrpflicht in Österreich eingeführt. Erst 20 Jahre später gab es auch die Möglichkeit, Zivildienst zu leisten. Es hat sehr viel Mut gebraucht, sich für diesen Weg zu entscheiden. Zivildiener wurden damals als ‚Drückeberger‘ und sogar als ‚Vaterlandsverräter‘ bezeichnet. Zum Glück hat es zahlreiche Burschen gegeben, die sich getraut haben, diesen Weg zu gehen. Wir haben es Ihnen zu verdanken, dass der Zivildienst so erfolgreich geworden ist. Sie haben Pionierarbeit geleistet. Daher freue ich mich besonders, dass wir die Gelegenheit haben einigen dieser Helden Dank und Anerkennung auszusprechen.

Weil sich das System bewährt hat, konnte der Zivildienst schließlich zu dem Sicherheitsnetz wachsen, von dem wir alle profitieren. Unsere Zivildiener sind heute nicht mehr wegzudenken! Jede Stadt und jedes Land braucht Zivildiener. Gerade die Coronakrise hat gezeigt, wie wichtig unsere Zivildiener als strategische Reserve im Gesundheitsbereich sind. Ob als ordentlicher oder außerordentlicher Zivildiener - jeder einzelne leistet einen wertvollen Beitrag für unsere Gesellschaft! Die Österreicherinnen und Österreicher können sich auf unsere Zivildiener verlassen. Und als Zivildienstministerin setze ich mich dafür ein, dass das auch in Zukunft so bleibt!“

Zivildienstministerin Elisabeth Köstinger

Video Zivildienst seit 1975