Zivildienst-Bilanz 2025

8. Jänner 2026

Bundesministerin Bauer: "Auf den Zivildienst kann man sich verlassen"

Präsentation der Zivildienst-Bilanz 2025

"Wenn in Österreich ein Rettungswagen ausrückt, in Pflegeheimen Hilfe gebraucht wird oder Menschen mit Behinderungen Unterstützung erhalten, dann ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass ein Zivildiener mit anpackt. Der Jahresbeginn ist ein sehr guter Zeitpunkt, Bilanz über den Zivildienst zu ziehen. Denn er ist ein Dienst, auf den sich die Österreicherinnen und Österreicher jeden Tag verlassen können", sagte Bundesministerin Claudia Bauer anlässlich der Präsentation der Zivildienstbilanz für das Jahr 2025.

14.884 Zivildiener im Jahr 2025 zugewiesen. 89,7 Prozent Bedarfsdeckung

2025 stand im Zeichen eines besonderen Jubiläums: 50 Jahre Zivildienst. Am 1. April 1975 trat der erste Zivildiener seinen Dienst an, seitdem haben sich insgesamt 455.215 junge Männer für den Zivildienst entschieden. "Sie alle haben Verantwortung für andere übernommen, eine Verantwortung, die heute nicht mehr aus unserer Gesellschaft wegzudenken ist. Mehr als ein halbes Jahrhundert nach der Einführung ist es völlig klar, dass der Zivildienst eine sehr verlässliche und tragende Säule im Sozialsystem und im Gesundheitsbereich unseres Landes ist. Im vergangenen Jahr wurden österreichweit 14.884 Zivildiener zugewiesen. Das sind fast exakt gleich viele wie im Jahr davor. Wir hatten damit im vergangenen Jahr die vierthöchste Zahl an Zuweisungen seit Beginn des Zivildienstes", so Bauer.

In Österreich gibt es rund 1.500 Zivildiensteinrichtungen mit rund 3.000 Einsatzstellen. Die jungen Männer würden ihren Dienst dort versehen, wo Hilfe gebraucht werde, etwa im Rettungswesen, in Pflegeheimen, in der Behindertenhilfe oder in Krankenhäusern. 2025 waren 39 Prozent der Zivildiener im Rettungswesen, 27 Prozent in der Sozial- und Behindertenhilfe und rund 12 Prozent in der Altenbetreuung eingesetzt.

Stabile Bedarfsdeckung trotz geburtenschwächerer Jahrgänge

"Im vergangenen Jahr konnten wir eine Bedarfsdeckung von 89,7 Prozent erreichen. Eine hun­dert­pro­zen­tige Bedarfsdeckung ist aufgrund der geburtenschwächeren Jahrgänge und aufgrund kurzfristiger Ausfälle, beispielsweise durch Erkrankung, naturgemäß nicht möglich. Insgesamt bleibt das Niveau aber stabil", so die Ministerin. 2025 haben 15.825 junge Männer eine Zivildiensterklärung abgegeben. Das sind 4,8 Prozent mehr als im Jahr 2024. "Das zeigt, dass der Zivildienst ein sehr gutes Image in der Gesellschaft genießt. Seit Jahren entscheidet sich fast die Hälfte der tauglichen Wehrpflichtigen für den Zivildienst", betonte Bauer.

Zivildienst ist Headhunter für den Sozial- und Gesundheitsbereich

"Der Zivildienst ist mehr als ein Pflichtdienst, er ist eine Schule fürs Leben. Viele ändern ihre Berufs- oder Ausbildungspläne aufgrund der Erfahrungen, die sie im Zivildienst gesammelt haben und bleiben den Einrichtungen, in denen sie den Dienst versehen haben, auch weiterhin ehrenamtlich oder sogar hauptamtlich verbunden", zeigte sich Claudia Bauer erfreut und wies darauf hin, dass der Zivildienst ein entscheidender Headhunter für den Sozial- und Gesundheitsbereich in Österreich sei.

Mit Blick auf die Zukunft verwies Bauer auf die von der Bundesregierung eingesetzte Expertenkommission zur Weiterentwicklung von Wehr- und Zivildienst. Die Ergebnisse dieser Kommission werden am 20. Jänner, dem Tag der Wehrpflicht, präsentiert. "Der Zivildienst ist sinnvoll für die Gesellschaft und sinnstiftend für die jungen Männer, die ihn leisten. Und genau so soll es auch in Zukunft bleiben", so Bauer abschließend.

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Die Zahlen 2025 im Überblick

  • Zuweisungen: 14.884 (zu 14.892 im Jahr 2024)
  • Bedarfsdeckung: 89,7% (zu 90,7% im Jahr 2024)
  • gemeldeter Bedarf der Einrichtungen: 16.591 (+1,1% mehr als im Jahr 2024)
  • Zivildiensterklärungen: 15.825 (+4,8% mehr als im Jahr 2024)
  • Zivildiensteinrichtungen: rund 1.500 mit rund 3.000 untergeordneten Einsatzstellen

Zuweisungen zum ordentlichen Zivildienst 1975 bis 2025

Die Grafik zeigt, wie viele Zivildiener in den Jahren 1975 bis 2025 zugewiesen wurden.

Bundesländer

Mit 3.479 Zuweisungen (rund 23,4% aller Zuweisungen) lag Wien an der Spitze der Zuweisungsstatistik, gefolgt von Oberösterreich mit 3.042 (rund 20,4%), Niederösterreich mit 2.375 (rund 16%) und der Steiermark mit 1.903 (rund 12,8%).

Zuweisungen zum ordentlichen Zivildienst nach Bundesländern, Jahr 2025

Bundesland Zivildiener in Prozent
Wien 3.479 23,37%
Oberösterreich 3.042 20,44%
Niederösterreich 2.375 15,96%
Steiermark 1.903 12,79%
Tirol 1.262 8,48%
Vorarlberg 910 6,11%
Salzburg 901 6,05%
Kärnten 590 3,96%
Burgenland 422 2,84%
Gesamt 14.884  

Einsatzgebiete

Die Verteilung der Zivildiener auf die unterschiedlichen Einsatzgebiete ist im Vergleich zu früheren Jahren im Großen und Ganzen unverändert. Rund 39% der Zivildiener wurden im Rettungswesen zugewiesen, rund 27% in der Sozial- und Behindertenhilfe, rund 12% zu Einrichtungen für die Betreuung von Älteren und rund 9% zu Krankenanstalten. Weitere Einsatzbereiche, in denen Zivildiener einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft leisten, sind beispielsweise die Katastrophenhilfe (Feuerwehr), landwirtschaftliche Betriebshilfe, Flüchtlingsbetreuung, Kinderbetreuung, die Öffentliche Sicherheit mit der Schulwegsicherung und der Dienst in Gedenkstätten.

Zuweisungen zum ordentlichen Zivildienst nach Einsatzgebieten, Jahr 2025

Einsatzgebiete Zivildiener in Prozent
Rettungswesen 5.844 39,26%
Sozial- und Behindertenhilfe 3.965 26,64%
Altenbetreuung 1.717 11,54%
Krankenanstalten 1.369 9,20%
Kinderbetreuung 560 3,76%
Katastrophenhilfe, Zivilschutz 401 2,69%
Flüchtlingsbetreuung, Integration 355 2,39%
Sozialhilfe in der Landwirtschaft 176 1,18%
Öffentliche Sicherheit, Schulwegsicherung 176 1,18%
Krankenbetreuung, Gesundheitsvorsorge 118 0,79%
Betreuung Drogenabhängiger 59 0,40%
Justizanstalten 39 0,26%
Jugendarbeit 38 0,26%
Inländische Gedenkstätten 29 0,19%
Umweltschutz 20 0,13%
Zivile Landesverteidigung 18 0,12%
Gesamt 14.884  

Zuweisungen zum ordentlichen Zivildienst nach Bundesländern und Einsatzgebieten, Jahr 2025

Einsatzgebiete Bgld Ktn Sbg Stmk Tirol Vlbg Wien Gesamt in %
Rettungswesen 195 251 1.347 918 407 688 497 269 1.272 5.844 39,26%
Sozialhilfe- und Behindertenhilfe 84 192 344 921 181 592 311 267 1.073 3.965 26,64%
Altenbetreuung 71 23 78 525 121 213 246 142 298 1.717 11,54%
Krankenanstalten 43 54 395 278 87 195 84 72 161 1.369 9,20%
Kinderbetreuung 4 5 17 209 13 28 21 58 205 560 3,76%
Katastrophenhilfe, Zivilschutz 12 25 99 53 25 95 15 8 69 401 2,69%
Flüchtlingsbetreuung, Integration 9 7 33 56 10 54 22 35 129 355 2,39%
Sozialhilfe in der Landwirtschaft 0 21 26 33 15 21 30 30 0 176 1,18%
Öffentliche Sicherheit, Schulwegsicherung 0 10 0 10 0 4 8 3 141 176 1,18%
Krankenbetreuung, Gesundheitsvorsorge 0 0 29 5 34 0 9 6 35 118 0,79%
Betreuung Drogenabhängiger 0 0 3 0 0 3 8 3 42 59 0,40%
Justizanstalten 1 0 4 8 2 5 3 2 14 39 0,26%
Jugendarbeit 1 1 0 6 4 5 5 12 4 38 0,26%
Inländische Gedenkstätten 0 0 0 18 0 0 0 1 10 29 0,19%
Umweltschutz 1 1 0 2 2 0 3 2 9 20 0,13%
Zivile Landesverteidigung 1 0 0 0 0 0 0 0 17 18 0,12%
Gesamt 422 590 2.375 3.042 901 1.903 1.262 910 3.479 14.884  
in % 2,84% 3,96% 15,96% 20,44% 6,05% 12,79% 8,48% 6,11% 23,37%    

Zivildiensteinrichtungen

Österreichweit gibt es rund 1.500 Zivildiensteinrichtungen mit rund 3.000 untergeordneten Einsatzstellen (etwa Bezirksstellen, Ortsstellen). Die größten Einrichtungen sind das Österreichische Rote Kreuz und der Arbeiter-Samariter-Bund Österreichs. Ebenfalls stark vertreten sind die Johanniter, die Lebenshilfe, Caritas, Diakonie, Landeskliniken und die Feuerwehrverbände. Zivildiener können sich Einrichtungen aussuchen, wenn Stellen frei sind und sie rechtzeitig mit den Einrichtungen Kontakt aufnehmen, siehe Suche nach Zivildienststellen.

Zivildiensterklärungen

Im Jahr 2025 haben 15.825 junge Männer eine Zivildiensterklärung abgegeben. Das sind um rund 4,8% mehr als im Vorjahr. Das Interesse der jungen Männer am Zivildienst ist damit weiterhin groß. Seit dem Jahr 2010 haben sich durchschnittlich rund 45% der tauglichen Wehrpflichtigen für den Zivildienst entscheiden.

Einige Zivildiener aus den Bundesländern möchten den Zivildienst in Wien leisten. Deshalb hat Wien die höchste Anzahl an zugewiesenen Zivildienern, obwohl die meisten Zivildiensterklärungen in Oberösterreich, gefolgt von Wien und Niederösterreich, abgegeben wurden.

Eingelangte Zivildiensterklärungen nach Bundesländern, Jahr 2025

Bundesland Zivildiensterklärungen in Prozent
Burgenland 470 2,97%
Kärnten 649 4,10%
Niederösterreich 3.194 20,18%
Oberösterreich 3.430 21,67%
Salzburg 921 5,82%
Steiermark 2.061 13,02%
Tirol 1.309 8,27%
Vorarlberg 918 5,80%
Wien 2.873 18,15%
Gesamt 15.825  

Hinweis: Die Zählung der Zivildiensterklärungen wurde nach dem Bearbeitungsdatum der Zivildienstserviceagentur vorgenommen.